Im Jahre 1995 wurde die HBG erfolgreich privatisiert
Die HBG Heimbetriebsgesellschaft mbH & Co. KG war 20 Jahre lang eine zu hundert Prozent staatlich geführte GmbH. Gesellschafter waren das Bundesministerium der Verteidigung und das Bundesministerium der Finanzen. Aufgrund der sich zunehmend verschlechternden wirtschaftlichen Situation der HBG, den daraus resultierenden Belastungen des Bundeshaushaltes sowie der Unzufriedenheit der Pächter der Mannschaftsheime wegen unzureichender Möglichkeiten der Mitgestaltung wurde die HBG 1995 privatisiert.
In den Siebziger Jahren kam man zu der Auffassung, dass das damalige Kantinensystem der Bundeswehr überholt sei. Daraufhin wurden verschiedene Gutachten erstellt, Lösungsmodelle diskutiert und daraus schließlich das flächendeckende System der HBG entwickelt, das 1975 eingeführt wurde.
Die Mannschaftsheime wurden weiterhin von den Pächtern auf eigene Rechnung geführt. An der Dachgesellschaft, der HBG, war der Bund zu 100 Prozent beteiligt. Dadurch sollte sichergestellt werden, dass alle Soldaten an allen Standorten in Deutschland zu gleichen Bedingungen versorgt werden.
Unzufriedenheit der Pächter wegen unzureichender Möglichkeiten der Mitgestaltung
Insbesondere die Pächter kleinerer und mittlerer Betriebe waren mit dieser Konstruktion nicht zufrieden, da sie kaum Einfluss auf die Gestaltung dieses neuen Systems hatten.
Für die HBG gab es zwei beratende Organe, den Kostenstrukturausschuß mit paritätischer Besetzung und den Beirat bestehend aus 15 Vertretern der Soldaten und sechs Vertretern der Pächter.
Darüber hinaus gab es ein Kontrollorgan, den Aufsichtsrat. Dieser bestand aus zwei Vertretern des Bundesministeriums der Verteidigung, zwei Vertretern des Bundesministeriums der Finanzen, einem Vertreter der Wirtschaft, einem Vertreter des Bundeswehrverbandes und einem Vertreter der Gewerkschaft. Erst ab 1991 waren die Pächter auf Initiative des damaligen BHK Bundesverbands der Heimbetriebsleiter und Kantinenpächter e. V. im Aufsichtsrat mit einer Person vertreten.
Mangelnde Wirtschaftlichkeit
Die bis heute andauernde Reduzierung der Truppenstärke führte Anfang der Neunziger Jahre zu deutlichen Umsatzeinbußen bei den Pächtern und damit auch bei der HBG. Gleichzeitig entstanden bei der HBG hohe Kosten durch einen Personalüberhang.
Von 1992 bis 1995 musste die HBG an Kantinen in den neuen Bundesländern Ausgleichszahlungen in Höhe von fast 2,3 Millionen Mark leisten. Jedem dieser Betriebe war für die Überführung in ein privatwirtschaftliches Unternehmen eine Gewinngarantie von 35.000,- Mark jährlich zugesichert worden.
Dieser Millionenbetrag konnte von der HBG aufgrund der gesunkenen Gewinne nicht aufgebracht werden, sodass von 1992 bis 1995 aus dem Bundeshaushalt knapp 1,7 Millionen Mark an Zuschüssen gezahlt werden mussten.
Darüber hinaus konnte die damalige HBG aufgrund fester Vorgaben nicht professionell genug in Verhandlungen mit den Lieferanten agieren.
Lösung: Privatisierung der HBG
Die CDU/CSU und die FDP befürworteten die Privatisierung der HBG als Lösung der Probleme, während die SPD dagegen war.
Im Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung und des Bundesministeriums der Finanzen wurde je ein Gutachten erstellt. Beide Gutachten kamen zu dem Ergebnis, dass eine Privatisierung möglich sei, ohne dass der Bund seinen Einfluss auf das Kantinensystem verliert. Als Rechtsform wurde die GmbH & Co. KG mit der HBG als GmbH und den Pächtern als Kommanditisten favorisiert.
Die Privatisierung wurde am 22. November 1992 durch den Bundestag beschlossen und nach mehrjährigen Verhandlungen am 28. September 1995 vollendet.
Pächter kaufen die Gesellschaft vom Bund
Die Pächter kauften dem Bund die Gesellschaft für 4,5 Millionen Mark ab. Finanziert wurde die Privatisierung von 260 der über 400 Pächter, die eine Einlage von 6.000,- Mark pro Pächter zahlten und insgesamt 1,56 Millionen Mark in die Gesellschaft einbrachten. Der Restbetrag wurde über den freien Markt in Form von Krediten finanziert.
Als Rechtsform für die privatisierte HBG wurde das in den Gutachten vorgeschlagene Modell der GmbH & Co.KG gewählt.
Die HBG stellt dem Bund ein kostenneutrales Kantinensystem bereit, das flexibel und erfolgreich auf die strukturellen Veränderungen innerhalb der Bundeswehr reagiert.
Seit 1997 werden trotz Truppenreduzierungen und Standortschließungen wieder schwarze Zahlen geschrieben.
Die HBG hat gezeigt, wie durch freies Unternehmertum, durch erfahrenes Management und durch kaufmännische Initiative aus einem staatlich geführten Betrieb ein marktorientiertes und erfolgreiches Unternehmen werden kann, ohne dass dabei Nachteile für die Soldaten entstehen.
Privatwirtschaftliches Kantinensystem auf dem Gelände der Bundeswehr
221 private Pächter betreiben 147 Mannschaftsheime, 98 Unteroffizierheime,
13 Triogebäude mit Offizierheim, Unteroffizierheim und Mannschaftsheim sowie
23 Verkaufsstellen.
Dadurch wird die bundesweite gastronomische Versorgung der Soldaten und zivilen Arbeitnehmer der Bundeswehr sicher gestellt.
Die Räume für die Heime und Verkaufsstellen werden von der Bundeswehr zur Verfügung gestellt.
Die HBG Heimbetriebsgesellschaft mbH & Co. KG in Bonn organisiert und steuert den zentralen Einkauf und die Abrechnung mit den Lieferanten.
Beirat als Kontrollorgan
Kontrolliert wird die HBG durch einen Beirat.
Dem Beirat gehören an:
- ein Vertreter des Bundesministeriums der Verteidigung der Abteilung Personal-, Sozial- und Zentralangelegenheiten (Referatsleiter PSZ III 1),
- ein Vertreter des Bundesministeriums der Verteidigung des
Referates Innere und Soziale Lage der Streitkräfte (Referatsleiter FüS
I 3),
- ein Vertreter des Hauptpersonalrates beim Bundesministerium der Verteidigung (Erster Stellvertretender Vorsitzender und Gruppensprecher Soldaten),
- ein Vertreter des Gesamtvertrauenspersonenausschusses beim Bundesministerium der Verteidigung (Vorsitzender Unterausschuss 3, Betreuung),
- zwei Vertreter des Bundesverbandes der Kantinenpächter e. V. (Stellvertretende Vorsitzende),
- ein Vertreter aus dem Bereich der Politik (ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im BMVg)
Erfolgreiche Privatisierung
Seit der erfolgreichen Privatisierung der HBG im Jahr 1995 sind die Kantinenpächter in Form einer Kommanditgesellschaft zusammengeschlossen.
Vorher
wurde die HBG zwanzig Jahre staatlich geführt und war dem
Bundesministerium der Verteidigung und dem Bundesministerium
der Finanzen unterstellt.
Essen und Trinken zu günstigen Preisen und guter Qualität
Mannschaften, Unteroffiziere und Zivilbedienstete können in den Kantinen kostengünstig Speisen und Getränke sowie Waren des täglichen Bedarfs kaufen.
Bundesweit wird ein einheitliches Grundsortiment an Speisen und Getränken angeboten, das aus hochwertigen Markenprodukten besteht. Darüber hinaus bieten die Kantinenpächter regionale Speisen und Getränke an.
Ort der Kommunikation
Die Kantinen sind Treffpunkt für die Soldaten und die zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr und für ihre Freunde.Sie haben damit eine wichtige soziale Funktion.Soldatenpakete
Während ihrer Dienstzeit erhalten die Soldaten von der HBG durch ihre Kantinenpächter ein Soldatenpaket, das eine Auswahl der Waren enthält, die in den Kantinen angeboten werden.
Pro Jahr werden 120.000 Soldatenpakete an die Soldaten verschenkt. Jedes Soldatenpaket hat einen Wert von ca.16,00 EUR. Damit werden 1,92 Millionen EUR pro Jahr durch die HBG und ihre Lieferanten für die Soldatenpakete investiert.
Magazin SUPER TROOPER informiert über aktuelle Themen
Alle drei Monate gibt die HBG das Magazin SUPER TROOPER mit aktuellen Themen und Infos für die junge Zielgruppe heraus. Die Zeitschrift ist eine kostenlose Service-Leistung der HBG und ihrer Pächter.Günstiger Einkauf durch unternehmerische Initiative
Durch ein geändertes, wirtschaftlicheres Einkaufsverhalten der Kantinenpächter konnte die HBG günstige Rahmenverträge mit Lieferanten abschließen.
Statt die Waren bei vielen verschiedenen Lieferanten zu beziehen, beschränken sich die Kantinenpächter nun auf eine sorgsam ausgewählte Zahl, ohne jedoch auf regionale Produkte zu verzichten.
Den gewonnenen Vorteil geben die Kantinenpächter an ihre Gäste weiter.
HBG unterstützt Kantinenpächter an Standorten mit Strukturnachteilen
Die HBG unterstützt Kantinenpächter an belegungsschwachen Standorten jährlich mit 0,64 Millionen EUR. Durch diese Unterstützungzahlungen wird die flächendeckende gastronomische Versorgung der Bundeswehr durch das private Kantinensystem sichergestellt.1,25 Millionen EUR Betreuungsmittel jährlich
Die Kantinenpächter führen jährlich 1,25 Millionen EUR als Betreuungsmittel an die Truppe ab. Diese werden zum Ausbau des Freizeit- und Unterhaltungsangebots in den Kasernen verwendet.Die Zahlen im Überblick
Die HBG steuert den zentralen Einkauf und die Abrechnung mit den privatwirtschaftlich geführten Kantinen auf dem Gelände der Bundeswehr und gewährleistet damit die bundesweite gastronomische Versorgung der Soldaten und zivilen Mitarbeitern der Bundeswehr.
- Kantinenpächter 221
- Zivile Arbeitnehmer in den Kantinen 1.105
- Kantinen und
Verkaufsstellen
281
davon:
Mannschaftsheime 147
Unteroffizierheime 98
Triogebäude 13
mit Offizierheim, Unteroffizierheim und Mannschaftsheim
Verkaufsstellen 23 - Unterstützungszahlungen der HBG
an Kantinen in belegungsschwachen
Standorten im Jahr 2006 0,64 Millionen EUR
- Gezahlte Betreuungsmittel durch
die Kantinenpächter an die Truppe
im Jahr 2005/2006 1,25 Millionen EUR - Kosten für 120.000 Soldatenpakete
der HBG als Geschenk an die Soldaten
im Jahr 2006 1,92 Millionen EUR
